Die Erarbeitung von sog. Pfarrerbüchern, die sämtliche evangelische Pfarrer (mit ihren Pfarrstellen) seit der Reformation „personengeschichtlich“ verzeichnen, gehört zu den wichtigsten Projekten aller landeskirchengeschichtlichen Vereine. Pfarrerbücher sind wichtige kultur-, sozial- und kirchengeschichtliche Referenzwerke, aber auch Nachschlagewerke für die breite Öffentlichkeit, auch für die Kirchengemeinden und die Familienforschung. Die Erarbeitung erfolgt in Kooperation mit den Archiven, wird gefördert von den Kirchenleitungen und unterstützt von den Pfarrvereinen.
Pionierarbeit, vorbildhaft in seiner Konzeption für manche andere Landeskirche, leistete Matthias Simon. Er legte Pfarrerbücher für die Markgrafentümer Bayreuth und Ansbach sowie die Reichsstadt Nürnberg vor – also für drei Kernterritorien der späteren Ev.-Luth. Kirche in Bayern. Zu den weiteren Gebieten folgten Werke verschiedener Bearbeiter.
Hier ein Überblick über den Stand der „vorbayerischen“ Pfarrerbücher, die die Zeit von etwa 1522 bis 1806 (Ende des Römisch-deutschen Reiches / Gründung des Königreichs Bayern) abdecken:
Ansbachisches Pfarrerbuch (erschienen 1955)
Bayreuthisches Pfarrerbuch (1930)
Nürnbergisches Pfarrerbuch (1965)
Bayerisch Schwaben (2001) – enthält: Augsburger Pfarrerbuch (1962) und Memminger Pfarrerbuch (1970) sowie die Reichsstädte Lindau, Kempten, Kaufbeuren, Donauwörth, Nördlingen, Grafschaft Oettingen und weitere Adelsherrschaften
Grafschaft Pappenheim (1956)
Ritterschaftliches Franken (1979)
Reichsstädte Dinkelsbühl, Weißenburg, Windsheim und Schweinfurt mit Reichsdörfern Sennfeld und Gochsheim (1962)
Reichsstadt Rothenburg (1952)
Regensburger Pfarrerbuch (2017)
Neuburgisches Pfarrerbuch (1967)
Ambergisches Pfarrerbuch (1967)
Grafschaft Wolfstein (2009)
Pfarrerbuch der Ev.-reformierten Kirche in Bayern (1970)
gerade in Vorbereitung:
Pfarrerbuch Pfalz-Sulzbach (1649-1806), Wolfstein („Landl“ um Sulzbürg und Pyrbaum, 1561-1806) sowie Ortenburg (1563-1806) mit weiteren einzelnen ober- und niederbayerischen Orten und in einem Anhang einem Pfarrerverzeichnissen der später zu Bayern gehörenden Pfarreien der Reichsstadt Ulm.
Pfarrerbuch der Evang.-Luth. Kirche in Bayern 1806 bis 1945/1975 (Stellenverzeichnis bis 1975).
Hinweis:
Die ansbachischen, hohenlohischen und anderen fränkischen Orte, die 1806 Baden oder Württemberg zugeschlagen wurden, sind im Pfarrerbuch Württembergisch Franken (1981) erschienen.
Das Pfarrerbuch Reichsstadt Ulm (mit Biogrammen der Pfarrer der später bayerischen Orte Leipheim, Holzschwang, Pfuhl, Reutti, Riedheim, Steinheim) erscheint im Rahmen des Baden-Württ. Pfarrerbuches.
Das Pfarrerbuch Coburg, Pflegschaft Königsberg in Franken und Ostheim vor der Rhön (bis 1920) erscheint im Rahmen des Thüringer Pfarrerbuches.
W. Huber, Mai 2023